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Was kommt, was bleibt?

Die Gartentrends 2021

Der Start in die Gartensaison steht unmittelbar bevor und wie jedes Jahr die Frage im Raum: Was sind die aktuellen Trends? Gartengestalter Andreas Schweiger aus Moosburg gibt Auskunft.

Mit dem Begriff Trend ist das rund um den Garten so eine Sache: Eigentlich ist der Garten selbst der Trend, „ein Megatrend sogar“, unterstreicht Andreas Schweiger. Der Gartengestalter gehört mit seinem Betrieb in Moosburg zu den Gärtnern von Eden, einem genossenschaftlichen Zusammenschluss von rund 50 der besten Garten- und Landschaftsbaubetriebe in Deutschland und der Schweiz, alle spezialisiert auf Planung, Anlage und Pflege individueller privater Gärten und dadurch immer ganz nah dran an den aktuellen Entwicklungen und den Wünschen der Gartenbesitzer. „Corona hat das noch einmal verstärkt, was wir schon seit Jahren erleben: Die Menschen lieben ihre Gärten, wollen sie immer mehr zu einem Raum mit hoher Aufenthaltsqualität machen, um möglichst viel Zeit in ihnen verbringen zu können.“

Trend 1:

Urlaub und baden im eigenen Garten

Tatsächlich ein absolutes Boomthema. Wer Platz und Budget hat, macht aus seinem Garten einen Badegarten. Ein Grund sind die immer wärmeren und längeren Sommer der letzten Jahre, ein anderer die vielen wegen der Pandemie ausgefallenen Urlaubsreisen. „Viele entdecken gerade ihren Garten noch einmal ganz neu“, hat Andreas Schweiger die Erfahrung gemacht, „und merken, dass man sich in ihm wunderbar erholen und zur Ruhe kommen kann – ähnlich wie im Urlaub. Deshalb steigt der Wunsch, den Garten à la Urlaubsort zu gestalten, und da gehört eine Badegelegenheit mit dazu.“ Einfacher wird der Poolbau dank neuer hochwertiger Fertigbecken, die sich optisch und in der Größe nicht von gemauerten und mit Folie ausgekleideten Anlagen unterscheiden, aber deutlich kürzere Bauzeiten haben. „So kommt man schneller in den Genuss seines Pools“, fasst Gartengestalter Schweiger zusammen.

Trend 2:

Draußen leben

Mit den vielen Sonnenstunden der letzten Sommer und der vermehrten Arbeit zu Hause hat sich allein schon die Zeit deutlich verlängert, in der man sich im Garten aufhalten kann. Und wer viel im Garten ist, möchte sich dort auch häuslich einrichten: Gemütliche und schöne Möbel in allen Varianten sind gefragt, aber auch die Möglichkeit, so viele Lebensbereiche wie möglich nach draußen zu verlagern. Es wird im Garten gekocht – Stichwort Außenküche -, Sport getrieben und gearbeitet. Yoga im Grünen ist deutlich anregender als auf dem Wohnzimmerboden, und an einem Schattenplatz mit gutem WLAN wird aus dem Home- ein Gardenoffice. Manch ein Hersteller bietet sogar schon entsprechend ausgestattete Gartenhäuser als heimische Büroräume an. Noch einmal ausweiten lässt sich die Gartennutzung mit einer Außensauna – auch sie ein aktueller Trend. Sie lockt auch abends und ganz besonders bei eisigen Temperaturen in den Garten und macht ihn endgültig zum Ganzjahreswohlfühlort.

Trend 3:

Auf den Klimawandel reagieren

Der Klimawandel ist Realität und hat auch Auswirkungen auf den Garten: Die Sommer werden heißer, die Regenfälle weniger, aber heftiger. Darauf lässt sich die Bepflanzung des Gartens ausrichten. Arten und Sorten, die gut mit Wetterextremen zurechtkommen, lösen empfindlichere Vertreter ab. „Da die Gegebenheiten von Region zu Region teils sehr unterschiedlich sind, ist es wichtig, Pflanzkonzepte passgenau auf lokalen Bedingungen zuzuschneiden“, empfiehlt Andreas Schweiger. Auch der Sinn für Nachhaltigkeit rund um den eigenen Garten wächst.

Trend 4:

Mehr Natur erleben

„Der Garten wird wieder mehr wertgeschätzt als ein Ort, an dem man Natur erleben kann“, so Gartengestalter Andreas Schweiger. Das schlägt sich zum Beispiel in dem Wunsch nach einer insektenfreundlichen Pflanzenauswahl nieder. Und auch Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten haben eine wachsende Fangemeinde. „Die Nutzgärten von heute haben allerdings nichts mehr mit denen von früher zu tun“, erklärt der Gartenprofi. „Die meisten Gartenbesitzer haben heute weder den Platz noch die Zeit für einen wirklichen Selbstversorgergarten.“ Vielmehr geht es darum, hier ein wenig zu naschen und dort eine Kleinigkeit zu ernten. „Dafür sind Hochbeete ideal. Sie sind die überschaubare, leicht zu pflegende Nutzgartenvariante mit Platz für eine kleine eigene Ernte.“

Trend 5:

Smarter gärtnern

Bei aller wiederentdeckten Liebe zur Natur zieht doch auch vermehrt Technik in den Garten ein. Roboter übernehmen die Reinigung des Pools und das Rasenmähen, Beleuchtung, Markisen und Poolabdeckungen lassen sich per App und über Sensoren steuern, das Gießen übernimmt eine automatische Bewässerungsanlage. Das passt dazu, dass Gartenbesitzer sich ihre grünen Refugien vor allem pflegeleicht wünschen, was aber nicht heißt, dass sie gar nicht selbst Hand anlegen wollen. Gartenarbeit gilt als durchaus entspannend und bereichernd.


Wie viel Wasser braucht der Garten?

Ein paar Fakten rund ums Gießen

„Wasser marsch!“ heißt es derzeit in vielen Gärten. Und da stellen sich viele die Frage: „Wann muss ich gießen? Und wenn ja, wie viel?“ Eine Faustregel, wann und in welchem Umfang der Garten bewässert werden muss, gibt es nicht. Der Wasserbedarf eines Gartens ist von vielen Faktoren abhängig. Da ist zum einen die Beschaffenheit des Bodens, die regional oder sogar lokal sehr unterschiedlich sein kann. Sandige und steinige Böden können Wasser schlechter speichern als Böden mit einem hohen Ton- oder Lehmanteil. Auch die klimatischen Gegebenheiten vor Ort beeinflussen den Wasserbedarf eines Gartens.

Das kommt darauf an

Neben den Standortfaktoren ist es aber auch die Pflanzenauswahl, die vorgibt, wie hoch der Wasserbedarf eines Gartens ist. In erster Linie sollte die Wahl der Bepflanzung natürlich auf die Standortgegebenheiten abgestimmt sein. Vollsonnige Beete trocknen schneller aus als halbschattige oder schattig gelegene. Solche Gegebenheiten sollte man sorgfältig analysieren, wenn man die Bepflanzung eines Gartens plant. Zum einen kann man dann gezielt Pflanzen auswählen, die mit den vorhandenen Bedingungen gut zurechtkommen, und zum anderen hat man dadurch die Möglichkeit, den Wasserverbrauch des Gartens gezielt zu steuern. Das zahlt auf das Thema Nachhaltigkeit ein, reduziert aber auch den Aufwand.

Wer braucht wie viel Wasser?

Die Blätter sind der Schlüssel. Über sie verdunstet viel Feuchtigkeit. Nadelartiges Laub mit geringer Oberfläche und Blätter, die mit einer Wachsschicht oder feinsten Härchen bedeckt sind, haben eher geringen Wasserbedarf. Denn das reduziert die Verdunstung und damit den Wasserbedarf.

Neben dem Laub ist es das Wurzelwachstum, das mit über den Gießwasserbedarf einer Pflanze entscheidet. Rosen zum Beispiel sind Tiefwurzler, dringen mit ihrem Wurzelwerk in Erdschichten vor, die auch bei länger andauernder Trockenheit nicht so schnell austrocknen. Sie kommen daher länger ohne Gießen aus.

Wie funktioniert richtiges Gießen?

Viele gießen zwar häufig, aber zu kurz. Dann wird nur die oberste Erdschicht feucht, das Wasser verdunstet schnell und erreicht die Wurzeln der Pflanzen aber gar nicht. Um doch irgendwie an Wasser zu kommen, bilden sie dann flache, oberflächennahe Wurzeln aus, die wiederum schneller austrocknen. Das schadet den Pflanzen auf lange Sicht. Außerdem verschwendet man so auch noch unnötig Wasser. Deshalb ist es sinnvoll intensiv zu Wässern, was dann auch in größeren Intervallen stattfinden kann. Das gilt übrigens auch für den Rasen.

Ausnahmen gibt es allerdings: Frisch gesetzte Pflanzen, deren Wurzeln sich noch nicht in das angrenzende Erdreich ausgedehnt haben, brauchen ebenso häufiger Wasser wie Kübelpflanzen. Und auch während des Blattaustriebs und vor der Blüte ist der Wasserbedarf der Pflanzen größer.

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